Die 5 wichtigsten Schritte bei schwierigen Entscheidungen

von Nicole Wagner (Kommentare: 0)

Täglich haben wir Entscheidungen zu treffen wie z. B. Was ziehe ich an? Stoffhose oder Jeans? Was erledige ich zuerst? Einkauf oder Hausarbeit? Was esse ich heute? Meist geschehen diese leichten Entscheidungen in unserem Alltagsleben ganz unbewusst und ohne langes Überlegen.

Manchmal kommen wir im Leben aber auch in Situationen, bei denen wir schwierige Entscheidungen treffen müssen wie z. B. sich beruflich nochmal zu verändern oder lieber doch nicht? Kinderwunsch abschließen - Ja oder Nein? Wie am besten die Zukunft absichern?

Auch können wir in Situationen kommen, bei denen wir für andere (z.B. Eltern, Kinder, Partner) Entscheidungen treffen müssen.

In diesem Blogbeitrag erfährst Du die 5 wichtigsten Schritte bei schwierigen Entscheidungen.


Ist es Dir auch schon so ergangen, dass Du eine voreilige Entscheidung getroffen hast und damit nicht zufrieden warst oder gar unangenehme Konsequenzen zu tragen hattest? Die richtige Entscheidung zu treffen ist nicht immer einfach.

„Welche Entscheidung passt zur eigenen Persönlichkeitsstruktur?

Oftmals hören wir zu sehr auf Ratschläge der anderen und treffen nicht die zu uns passende Entscheidung. Das hat zur Folge, dass wir an den Konsequenzen  meist schwerer zu tragen haben. Es kann aber auch sein, dass wir aus einer Bequemlichkeit heraus voreilig handeln und uns nicht die Zeit nehmen für eine stimmige Entscheidung. Gerne lassen wir uns auch zu sehr von außen beeinflussen und wollen nicht in unsere Eigenverantwortung gehen.

Es ist sinnvoll vorab einige Bedenken und Zweifel näher zu betrachten, um eine stimmige Lösung zu finden und auch auf unterschiedliche Auswirkungen vorbereitet zu sein.

Bei schwierigen Entscheidungen kann auch professionelle Unterstützung in Form eines Coachings oder einer Beratung sehr hilfreich sein.

Die 5 wichtigsten Schritte bei schwierigen Entscheidungen

1. Den Nutzen abwägen
2. Entscheidungsoptionen näher betrachten
3. Dem Stress entgegenwirken
4. Der eigenen Intuition vertrauen
5. Eigenverantwortung übernehmen


Hier ein Beispiel, um die folgenden 5 Schritte besser zu veranschaulichen

Carina ist Anfang 40. Sie ist verheiratet und hat 2 Kinder (11 und 13). Während der ersten Jahre der Elternzeit hat sie sich entschieden zu Hause zu bleiben. Vor 5 Jahren hat sie wieder in Teilzeit zu arbeiten begonnen. Jetzt, wo beide Kinder selbständiger sind, kommt bei Carina der Wunsch auf, sich mit Ihrem Hobby zu verwirklichen. Seit 2 Jahren stellt sie hochwertigen Modeschmuck her, der in ihrem Umfeld sehr gut ankommt. Sie denkt schon seit längerem über ein Onlinebusiness nach und hat auch im Laden einer guten Bekannten die Möglichkeit ihren Schmuck anzubieten. Innere Zweifel nagen allerdings an ihr. Nach einer Ehekrise vor 3 Jahren, haben ihr Mann und sie sehr an Ihrer Beziehung gearbeitet und sich gegen eine Scheidung entschieden. Diese Lebensphase hat sehr an Carina gezehrt. Sie stand damals vor großen existentiellen Ängsten. Was, wenn wir wieder in so ein Krise geraten? Auch weitere Zweifel kommen auf. Kann ich den Kredit, den ich für die Selbständigkeit benötige abbezahlen? Kann ich den Teilzeitjob aufgeben? Finde ich noch genügend Zeit für die Kinder? Was, wenn die Selbständigkeit nicht läuft? Steht mein Mann hinter mir?

An diesem klassischen Beispiel werden Dir die weiteren Schritte näher veranschaulicht (das Beispiel ist frei erfunden).

Die 5 wichtigsten Schritte bei schwierigen Entscheidungen

Schritt 1: Den Nutzen abwägen

Entscheidungen treffen wir zu allererst rational, d. h. wir beginnen abzuwägen, was die richtige Entscheidung wäre. Wir machen uns Gedanken welchen Nutzen wir daraus ziehen und was das Beste ist. Bei schwierigen Entscheidungen kommt es häufig zu Unentschlossenheit, zu hin und her gerissen sein und zu Zweifeln.

Welchen Nutzen hat Carina bei einer Selbständigkeit?
Sie würde sich unabhängiger fühlen und könnte sich ihre Arbeitszeit frei einteilen. Bei gutem Verkauf ihres Schmuckes hätte sie ein besseres Einkommen. Auch wäre sie zufriedener und glücklicher, wenn sie das tut, was sie sehr gerne tut. Eventuell könnte sie auch ihren Teilzeitjob aufgeben.

Bei Carina sind es vor allem Zweifel wegen existentiellen Ängsten. Auf diese gehen wir in Schritt 2 näher ein.

Schritt 2: Entscheidungsoptionen näher betrachten

Es ist häufig so, dass es für schwierige Entscheidungen mehrere Optionen gibt. Je mehr Optionen sich anbieten, umso größer ist es, die richtige Wahl zu treffen. Wichtig ist, sich die einzelnen Nutzen zu betrachten und sich dabei auch die nötige Zeit zu geben. Je mehr wir uns mit den Nutzen auseinander setzen, umso mehr können wir an Klarheit gewinnen. Oftmals braucht es eine gewisse Zeit, bis sich in uns Prozesse in Gang setzen können, die eine Entscheidung erst ermöglichen.

Manchmal ist einfach auch der richtige Zeitpunkt noch nicht da und es ist besser - sofern möglich - mit einer Entscheidung zu warten.

„Kopf und Bauch sollten bei einer guten Entscheidung übereinstimmen.“

Tipp: Stell‘ Dir vor, wie Deine Entscheidungsoptionen sich in Zukunft auswirken können. Nimm Dir hierfür Zeit, um darüber nachzudenken und achte dabei auch auf Deine Gefühle. Sind diese stimmig oder eher doch nicht so angenehm. Wäge ab, was für Dich am besten passt. Setze Dich mit Deinen Zweifeln auseinander. Spüre hinein, wie es sich anfühlt wenn es die richtige Entscheidung ist. Gehe aber gedanklich auch dahin, wo es Konsequenzen geben könnte.

Wie könnten die Entscheidungsoptionen bei Carina aussehen?
"Wenn ich selbständig bin kann ich mir meine Arbeitszeit frei einteilen. Den Schmuck stelle ich zu Hause her. Ich wäre zu Hause, wenn die Kinder von der Schule kommen. Das fühlt sich richtig toll an! Ich könnte endlich das tun, was ich gerne tue. Solange ich noch in Teilzeit arbeite werde ich erst in kleinen Schritten meine Selbständigkeit aufbauen und hierfür feste Zeiten zur Schmuckherstellung festlegen. Ich werde auch mit meinen Mann und den Kindern reden. Jeder kann zu Hause etwas mehr anpacken. Aber was ist, wenn wir wieder in eine Ehekrise geraten? Der Gedanke alleine zu sein macht mir Angst. Was wäre dann? Solange die Selbständigkeit noch im Aufbau ist habe ich immer noch meinen Teilzeitjob. Es wäre also alles beim Alten, denn mit oder ohne Selbständigkeit, die Ängste habe ich hin und wieder ja trotzdem. Wie sieht es finanziell aus? Kann ich mir das Rohmaterial für den Schmuck leisten? Muss ich eventuell einen Kredit aufnehmen? Diese Gedanken lösen ziemlich unangenehme Gefühle in mir aus uns stressen mich. Ich werde mich ab sofort informieren, was alles auf mich zukommen kann. Dann werden die Zweifel sicher nachlassen. Ein Versuch ist es wert. Mein Bauchgefühl sagt ganz klar, dass eine Selbständigkeit das Richtige für mich ist."


Schritt 3: Dem Stress entgegenwirken

Wenn man sich gestresst fühlt, ist es ratsam erst mal inne zu halten und etwas Abstand zu gewinnen. Oftmals fühlt man sich blockiert und das wiederum überfordert und lässt meist Zweifel aufkommen. Für etwas Abstand haben sich schon Sport, Spaziergänge und andere ablenkende Unternehmungen bewährt.


„In der Ruhe liegt die Kraft.“

Ein wesentlicher Punkt, der häufig Stress hervorruft ist mangelnde Information und die dadurch fehlende Klarheit und Sicherheit. Sich über etwas zu informieren kann den Stress reduzieren.
Gespräche in der Familie oder mit Freunden/Kollegen können hilfreich sein. Aber Vorsicht! Nicht jeder Rat von außen ist hilfreich und zu viele verschiedene Ratschläge erschweren eine eigene Entscheidung.

Tipp: Wenn eine wichtige Entscheidungsphase zu sehr stresst, können auch Entspannungsübungen wie z. B. Progressive Muskelentspannung, Meditationen und auch Atemübungen sehr hilfreich sein. Das Angebot ist groß und reicht von Kursen, Seminaren bis hin zu Übungen für zu Hause (Bücher, CDs, DVDs, Internet). 15 Minuten können bereits eine positive Auswirkung haben.
„In einem entspannten Zustand kannst Du viel besser einen klaren Gedanken fassen und somit auch Deiner passenden Entscheidung näher kommen.“

Wie könnte Carina dem Stress entgegenwirken?
Carina fühlt sich gestresst von ihren Zweifeln. Um mehr Klarheit zu erhalten nimmt sie sich vor, sich mehr über das Thema Selbständigkeit zu informieren. Im Internet ist sie auch schon fündig geworden und hat gutes Infomaterial erhalten. Auch wird sie eine Aufstellung über anfallenden Kosten machen. Sie ist sich bewusst, dass ihre Angst vor eine Ehekrise nie auszuschließen ist, und das diese Sorge auch ohne Selbständigkeit besteht. Diese Einsicht beruhigt sie in Bezug auf ihren Wunsch. Sie geht auch wieder regelmäßig joggen und besucht einen Pilateskurs, was sie sehr entspannt. Auch ein Gespräch mit einer guten Freundin hat sie beruhigt.

Schritt 4: Der eigenen Intuition vertrauen

Wenn wir beginnen, uns intuitiv (aus dem Bauch heraus) über etwas Gedanken zu machen, dann sollten die Zweifel erst mal außen vor sein. Und das ist gar nicht immer so einfach, denn diese Drängen sich gerne dazwischen. Hier ist Entspannung ein guter Helfer.

Auch ist es sinnvoll auf unsere ersten Impulse zu achten. Diese Impulse haben etwas mit unseren Erfahrungen zu tun, die wir im Laufe unseres Lebens bewusst als auch unbewusst gesammelt haben. In den meisten Fällen sind genau diese ersten Impulse wichtige Richtungsweiser für unsere persönliche und zu unserer Persönlichkeitsstruktur passende Entscheidung.

Tipp: Lerne wieder verstärkt auf Deinen Bauch zu hören. Achte auf Deine Impulse, die in Dir aufkommen. Sind es gute oder eher ungute Impulse/Gefühle, die sich bemerkbar machen? Gib diesen Gefühlen Raum, spüre ihnen nach. Wenn Du Dir die Zeit hierfür nimmst, wirst Du Deine eigenen intuitiven Antworten erhalten. Gehe hierzu in einen entspannten Zustand. Vielleicht kannst Du bei einem Spaziergang gut entspannen oder bei einer Meditation in liegender oder sitzender Position. Wichtig ist, dass Du ganz ungestört bist. Stelle Dir dann vor, Deine Entscheidung wirkt sich positiv aus. Was wäre, wenn sich meine Entscheidung als richtig erweist? Was wäre dann anders? Wie würde ich mich fühlen?

Wie nimmt Carina ihre Intuition wahr?
Am Beispiel von Carina könnten die ersten Impulse mit Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung in Verbindung stehen. Beim Joggen denkt sie viel über ihr Vorhaben nach und stellt sich vor, wie es sich anfühlt, wenn Sie Erfolg hat. Sie gewinnt immer mehr Selbstvertrauen. Die Zweifel lassen stetig nach.
Das Gefühl nach Unabhängigkeit löst Freude in ihr aus. Als Sicherheit hat sie immer noch ihren Teilzeitjob. Die Selbständigkeit fühlt sich richtig für Carina an. Bauch und Kopf stimmen immer mehr überein.

Schritt 5: Eigenverantwortung übernehmen

Nicht alle Entscheidungen, die wir treffen, sind passend und bleiben konsequenzfrei. Hast Du Dich aber im Vorfeld gut mit Deiner persönlichen Entscheidung auseinandergesetzt und Dich auch mit möglichen Konsequenzen befasst, wirst Du besser mit Fehlentscheidungen und Konsequenzen klar kommen.

Entscheidungen, die andere für uns treffen, entsprechen meist nicht unserer eigenen Persönlichkeitsstruktur. Auch von zu vielen Beeinflussungen sollte man Abstand nehmen, da sie den eigenen Entscheidungsprozess behindern.

„Steh‘ zu Deinen eigenen Erfahrungen.“

Natürlich ist es immer einfacher anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben und es mag auch etwas Erleichterung dabei mitschwingen, aber letztendlich ändert es nichts an der Situation und man übernimmt somit auch nicht wirklich Verantwortung.
Es ist wichtig seine eigenen Lernprozesse zu machen und je eher man anfängt in die Eigenverantwortung zu gehen - und dazu gehört es auch, seine eigenen Entscheidungen zu treffen - umso besser lernen wir aus unseren eigenen Erfahrungen.
Eine innere Klarheit und Stärke kann sich entwickeln und vor allem das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird dadurch gestärkt und gefördert.


Wie geht Carina in die Eigenverantwortung?
Carina hat ihre Entscheidung für ihre Selbständigkeit eigenverantwortlich getroffen. Sie ist sehr gut vorbereitet und hat eine eigene Strategie entwickelt, die zu ihr passt. Die Sorge einer Niederlage ist mittlerweile sehr gering. Sie ist sich darüber bewusst, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt. Ihren Teilzeitjob wird sie erst aufgeben, wenn ihr Business gut läuft. Auf eventuelle Konsequenzen ist sie vorbereitet. Zusätzlich wird sie von ihrer Familie in ihrem Vorhaben gestärkt. Sie fühlt sich gut und ist stolz ganz eigenverantwortlich zu handeln.

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